The Concept im Interview: „Unser Album wird ein Ohr-Gasmus!“

The ConceptVor einigen Tagen haben wir euch hier die schwedische Band „The Concept“ vorgestellt. Sie haben mir ihren ersten Songs „Gimme Twice“ und „D-D-Dance“ in ihrer Heimat bereits Radiohits gelandet. Auch in der Schweiz haben erste Radiostationen die Indie-Pop-Songs von „The Concept“ ins Programm genommen. Nun konnte ich mit David Larson (Songwriter, Gesang, Gitarre und Klavier), Filip Bekic („der Dichter“, Gitarren), Magnus Robert (Arrangeur, Bass) und Frans Povel (Produzent, Schlagzeug) ein exklusives eMail-Interview führen.

miwi.ch: Meine Blog-Leser kennen euch schon ein wenig. Trotzdem, werden sich viele fragen, wer „The Concept“ sind. Stellt eure Band doch deshalb zuerst in drei Stichworten vor:
The Concept: It’sfuckingimpossibletocomeupwiththreewords, Butheywe’llgiveitashot & Fuckitatleastwetried

Okay… ich verzichte hier mal auf die Übersetzung und versuche es anders: Ihr seid vier Musiker – und vor „The Concept“ seid ihr alle mit anderen Musik-Projekten (u.a. Robyn) unterwegs gewesen. Wieso habt ihr euch im letzten Jahr zu „The Concept“ zusammengeschlossen?
Frans Povel: Robyn hat Spass gemacht – aber das hier macht noch viel mehr Spass. Nichts, wirklich NICHTS ist besser, als eigene Musik zu machen und diese vor eigenem Konzertpublikum zu spielen.

Frans hat es schon etwas angetönt, trotzdem: Was genau ist dann besser mit „The Concept“ als bei eurer früheren Bands?
David Larson: Schau, das hier ist etwas ähnliches, wie als wir 13 Jahre alt waren. Als wir in unserer Garage zu Hause geprobt haben. Die Musik ist nun nicht mehr einfach unsere Arbeit – nein: Es ist eine Frage von Leben und Tod. Das ist das wirklich „Geile“ daran!

Wie entstand der Bandname?
Magnus Robert: Das war eigentlich ganz einfach. Wir haben nach dem besten Wort gesucht, das genau diese Zeit, die wir nun zusammen erleben beschreibt. Das erste Wort, welches uns in den Sinn kam, war „The Concept“. 

The Concept - Party
„Um uns zu inspirieren brauchen wir mehr als Milch.“

Seid ihr denn wirklich diejenigen, die mit einem Konzept – einem festgelegten Plan – arbeiten, oder dann doch eher die Party-Jungs, die wir in eurem Video zu „Gimme Twice“, welches eine Reise quer durch Europa zeigt, sehen?
The Concept: Also ehrlich gesagt, wir mögen Stricken, Nüsse knacken und Kreuzworträtsel lösen. Nein, im Ernst: Sagen wir es mal so: Um uns zu inspirieren brauchen wir normalerweise nicht Milch.

Eure Musik kann als „tanzbaren Indiepop“ bezeichnet werden. Warum habt ihr euch für genau diese Art von Musik entschieden?
The Concept: Weisst du, in Schweden spielt heute jedermann Akkordeonmusik und wir wollten dies unbedingt ändern. Ehrlich gesagt, war dies nicht eines unserer Konzepte. Wir sind vier Musiker mit einem starken Willen und diese Art von Musik ist das Ergebnis daraus.

Auf Online-Plattformen werdet ihr oft mit der französischen Indie-Band „The Phoenix“ („Long Distance Call“) verglichen. Seit ihr mit diesem Vergleich einverstanden, oder nervt euch das?

The Concept - Young
„Wir fühlen uns, als wenn wir wieder 13 wären.“

Filip Bekic: Es ärgert oder langweilt uns nicht, weil auch wir diese Band lieben – aber hey – jede gute Musik bezieht ihre Einflüssen von irgend wo her, nennen wir hier nur mal den Blues oder die Klassische Musik. Unsere Einflüsse reichen von „The Who“ zu den „Beatles“, über Rufus Wainwright und Robyn bis hin zu Bach. Wir sind auch mit Grunge oder allerlei Elektro-Sound aufgewachsen und auch diese Einflüsse werden sich in unserne nächsten Stücke finden. Wir leben in einer Welt voll toller Musik und wir pflegen unseren eigenen Lebensstil, wir sind also sicher. Diejenigen, die nach uns kommen, werden hoffentlich durch uns inspiriert und wir hoffen, dass wir alle gute Zeiten erleben werden. Wichtig für uns ist es „echt“ zu sein – aber das werden wir schon schaffen.

Filip hat gerade ein paar Einflüssen genannt. Gibt es noch weitere Bands, die ihr als Vorbilder habt?
The Concept: Ja, wir haben noch „The Strokes“ und „Daft Punk“ vergessen. Die haben uns soviel bedeutet, als wir 16 waren und ja, wir stehen auch heute noch dazu.

Kehren wir zurück zu eurer eigenen Musik. Euer Musikvideo zu „Gimme Twice“ habt ihr mit einer 8mm-App auf dem iPhone gedreht. Wie kam es dazu?
Magnus Robert: Wir wollten unbedingt ein cooles Lo-Fi Video machen und das Handy war die einzige Kamera, die wir zur Hand hatten. Es kam aber ziemlich gut raus, finden wir!

Ja klar, und es ist sicher auch viel günstiger, so einen Clip zu produzieren. Wie viel Arbeit steckt aber wirklich dahinter?
David Larson: Eigentlich nur einen Flug nach Kroatien, wo wir aber eh hinwollten. Dort hatten wir dann auch das Video bearbeitet – am Stand – und waren so in einem Tag fertig damit. Das war alles, das es zu tun gab.

Ihr habt den Clip dann auf YouTube geladen und in verschiedenen neuen Medien, wie Facebook und Twitter gepostet. Ihr habt auch versucht, eure Musik in Blogs auf der ganzen Welt zu platzieren. Wie wichtig ist das Internet für euch als neue Band?
Magnus Robert: Das ist wirklich sehr sehr wichtig. Es ist eine neue Art, um mit den Fans auf der ganzen Welt zu kommunizieren. Es wäre wirklich sehr dumm von uns, wenn wir nicht auf allen wichtigen Plattformen im Internet vertreten wären.

Inzwischen habt ihr viele Supporter in den verschiedensten Ländern. Was hat euch am Meisten überrascht?
Frans Povel: Die Leute, welche aus der ganzen Welt nach Schweden fliegen, um uns „Live“ zu sehen. Das gibt dir einen enormen Ego-Kick und wir fühlen uns wirklich geehrt.

Euer Debüt-Album soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Was dürfen wir erwarten?
Filip Bekic: Es werden zehn grossartige Songs sein, die alle für sich alleine stehen können. Wer sie aber alle hintereinander hört, der erlebt einen grossen Ohr-Gasmus.

The Concept - Studio
„Als wir 16 waren, haben wir The Strokes und Daft Punk gehört – und wir stehen auch heute noch dazu.“

Ihr habt eure ersten Singles alleine produziert. Wird das auch beim Album so sein, oder holt ihr euch dafür Unterstützung von einem erfahrenen Produzenten?
David Larson: Nein nein. Wir machen weiterhin alles alleine und werden dass auch für eine lange Zeit so handhaben.

Gleichzeitig plant ihr auch, in die USA zu gehen. Wieso das?
David Larson: Weisst du, in Schweden gehen langsam die Clubs zu neige – wir haben überall schon gespielt und die Nachfrage aus den USA nach Konzerten ist riesig. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, dorthin zu fliegen.


Glaubt ihr denn nicht, dass der Schritt in die Staaten zu gehen, etwas zu früh ist? Immerhin ist die Konkurrenz dort riesig?
Magnus Robert: Komm schon, warum denn? Es ist uns wirklich egal, ob wir in New York oder Stockholm spielen, auch ob wir vor zehn oder tausenden von Menschen spielen. Jedes Konzert ist einzigartig und ist genau so, wie es sein soll.

Was sind eure weiteren Pläne für 2012?
Magnus Robert: Wir werden weiter touren und dafür sorgen, dass unser Album ein grosser Erfolg wird.

Und zum Schluss natürlich noch die alles entscheidende Schweden-Musik-Frage: Der grösste schwedische Musik-Export bisher waren ABBA. Ist es eurer Ziel, diesen Erfolg zu schlagen?
The Concept: Nein Nein – unser Ziel ist es besser zu sein, als die anstehende Wiedervereinigung von ABBA. Die proben nämlich im Studio neben uns und wenn wir da so zuhören, dann ist es wirklich schwer zu verstehen, warum die damals so einen grossen Erfolg hatten…. :)

Na dann sind wir aber gespannt – auf die ABBA-Wiedervereinigung – und natürlich noch viel mehr auf eurer Album. Danke für das Interview.

Mehr zu „The Concept“ findet ihr auch auf der Facebook-Seite – und in diesem Blogeintrag. (Alle Fotos: The ConceptFacebook) (Update: Die Band ist neu als „The Royal Concept“ unterwegs“)


ÜBER DEN AUTOR:
miwiGesungen habe ich immer gerne – leider nur auf Schulchor-Niveau. Heute beschränke ich mich daher lieber auf das Musikhören. Gut, gehörte zu meinem ersten Job beim Radio auch das Einsortieren der neuen CDs. Da gab es viele neue Musik zu entdecken. Auch heute gehe ich regelmässig auf Entdeckungstour – weltweit im Web. Meine Abenteuer teile ich hier auf miwi.ch gerne mit Euch. Mehr über mich gibt es unter michaelwieland.ch zu lesen.


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