Carvel‘: Von Null auf EINS

carvel

Nun sind wir als Band für jeden greifbar

Die Basler Band Carvel‘ habe ich Euch im Sommer bereits in diesem Beitrag vorgestellt. Damals erschien die Single «What’s It All About» und der dazugehörige Clip. Nun ist endlich auch die erste EP der Band erschienen: EINS heisst sie treffend. Darauf zu finden sind fünf Tracks. Neben den zwei Versionen der Single auch «Shut Us Down», «Come Around» und «No One To Believe In». miwi.ch sprach mit den Bandmitgliedern über ihr erstes «Baby» und verlost ein Exemplar von EINS. 

miwi.ch: Carvel‘, nun gibt es also die erste EP von Euch zu kaufen. Was ist das für ein Gefühl?
Jérôme: Ein grossartiges! Es ist die Belohnung für die harte Arbeit der letzten Monate und unser erstes vollendetes Werk. Dadurch kommt ihr für uns ein sehr hoher persönlicher Wert zu. Gleichzeitig sind wir erst jetzt als Band für jeden greifbar, es ist also so etwas wie der Beginn einer neuen Ära in der wir als Band erst richtig existieren. Es wird spannend sein zu sehen, wie unsere Musik aufgenommen wird – ist es doch etwas sehr persönliches, das man für einige Zeit mit sich trägt und nun preisgibt. Viel positives haben wir ja auch schon erleben dürfen! Es fühlt sich gut an, in den Radios und auf gewissen Plattformen angekommen zu sein und motiviert uns enorm neue Herausforderungen anzunehmen. Wir sind also sehr zufrieden wie sich unser erstes Projekt entwickelt.

Wie aufgeregt seid Ihr die Tage vor dem Release gewesen?
Tobi: Die meisten Arbeiten, welche ein Release mit sich bringt, fallen einige Wochen vorher an. Einige Tage vor dem Release kann man nicht mehr viel beeinflussen. Somit gab es nicht mehr sehr viel zu tun und wir konnten uns auf den Release vorfreuen. Auch wenn es unser erster Release ist und wir noch an keinem gemessen werden, haben wir uns selbst Druck gemacht und versucht in allen Bereichen des Releases ein Maximum heraus zu holen. Da gab es zum Teil immer wieder sehr stressige Phasen, da wir uns zum Teil zuerst das Knowhow aneignen mussten. Dennoch sind wir sehr zufrieden mit unserer ersten Scheibe.

Auf der EP sind vier Songs. Um was geht es darin?
Mario:
 Sehr oft geht es um direkt Erlebtes, sowie sehr allgemeine Situationen. Der Erzähler ist in einer Situation drin aus welcher er ausbrechen möchte, kann sich nicht entscheiden was das Richtige ist, oder erzählt von einer durchlebten Situation.

carvel

Wir arbeiten sehr konzeptuell und gehen von Beginn ins Detail.

Wie sind diese Songs entstanden?
Jérôme: 
Grundsätzlich übernimmt Mario das Songwriting, während mir etwas die Rolle des Produzenten und des Soundtüftlers zukommt. Die Herangehensweise an neues Material ist jeweils unterschiedlich. Ausgangspunkte sind manchmal Texte, manchmal Instrumentals und Beats. Oft aber haben wir eine Vorstellung einer bestimmten Grundstimmung, die wir in einem Song umsetzen möchten und kreieren zuerst diese Stimmung, bevor ein komplettes Stück entsteht. Diese Vorgehensweise unterscheidet uns wohl von einigen Bands, wir arbeiten sehr konzeptuell und gehen von Beginn ins Detail – unsere Musik entsteht nicht in Jam-Sessions. Ein Eindruck, welcher sich beim Hören vermutlich bestätigt.

Wie waren die Aufnahmen in den Baselcitystudios?
Mario:
Es war eine super Erfahrung. Wir durften mit Luka Wartmann zusammenarbeiten – ein langjähriger Freund der Band. Wir haben mit ihm auch schon Aufnahmen gemacht und wussten, dass wir bei ihm in guten Händen sind. Somit hatten wir eine wunderbar angenehme, jedoch intensive Studiozeit. Ich glaube diese gute Chemie hat sich auch auf die Aufnahmen übertragen und ist auf der Platte zu hören.

Wie seid Ihr als Band mit dem Resultat Eurer Arbeit zufrieden?
Simon: 
Wir sind mit dem Endprodukt sehr zufrieden und können auch alle dahinter stehen. Klar gibt es immer Kleinigkeiten, die man besser machen könnte, aber genau aus diesen Dingen haben wir viel für unser nächstes Projekt gelernt.

Was ist nun spannender: Studioarbeit oder auf der Bühne zu stehen?
Jérôme:
 Das ist so direkt nicht zu vergleichen. Es ist sehr erfüllend unsere Ideen im Studio umzusetzen und zu sehen wie Eigenes entsteht. Gleichzeitig ist die Zeit auf der Bühne zum grossen Teil unser Lohn für all die Arbeit die wir investieren. Beides sind Gründe dafür, weswegen wir überhaupt Musik machen und so viel Energie investieren.

Zur Single «What’s It All About» ist ein Clip erschienen (miwi.ch berichtete). Wie war es für Euch auch als Schauspieler tätig zu sein?
Mario:
 Sehr herausfordernd! Uns war bewusst, dass wir für unsere erste Single einen guten Clip brauchen und haben auch dementsprechend viel Geld und Zeit investiert. Von dem her war der Druck schon sehr hoch, auch als Schauspieler zu überzeugen. Wir hatten jedoch eine super Crew, welche mir gute Instruktionen und Tipps gab. Ich habe viel gelernt und nach ein paar Stunden konnte ich die Kamera wie ausblenden und war voll in meinem Ding.

Seit dem Frühjahr 2012 macht Ihr als Band zusammen Musik und habt schon sehr viel erlebt – was war das bisher krasseste Erlebnis?
Simon:
 Wir konnten schon sehr viele tolle Erlebnisse miteinander teilen, dadurch ist es recht schwierig sich auf ein Erlebnis zu beschränken. Zu den krassesten Erlebnissen gehören sicherlich einige grössere Konzerte und auch der Gewinn des Rock-Highway Bandcontests im Frühjahr.

Wie habt Ihr Euch als Musiker überhaupt zusammen gefunden?
Jérôme: 
Wir alle waren mit eigenen Projekten unterwegs und irgendwann war der Zeitpunkt da, zusammen etwas auf die Beine zu stellen. Konkrete Gründe gab es dafür eigentlich nicht. Wir sind aber alle schon seit Jahren befreundet und die Chemie stimmte einfach.

Ihr seid ja mit Siegen an verschiedenen Wettbewerben ziemlich erfolgsverwöhnt. Gab es auch manchmal Zweifel am eingeschlagenen Weg?
Mario:
 Ja sicherlich, wir hatten schon einige Konzerte die gerade auch auf Grund der aufwendigen Technik schief gelaufen sind, da sehnt man sich zum Teil schon zum simplen Gitarrenrock zurück. Dennoch durften wir bereits viele Erfolge feiern, was uns immer wieder enorm motiviert und uns in unserem Tun bestätigt hat. Mittlerweile sind wir soweit, dass wir Niederschläge als Ansporn zum Weitermachen und weiter Professionalisieren sehen.

carvelDennoch hast Du, Tobi, einmal gesagt, dass Ihr eine Band seid, die nicht immer so genau wisse, in welche Richtung es gehe. Besteht die Bandprobe also vor allem aus Diskussionen und Schlichtungsgespräche?
Tobi: 
Diskutiert wird sicher eher zu viel als zu wenig. :) Dennoch haben wir seit dem Anfang dieser EP ein sehr gesundes Mittelmass gefunden. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass wir die Aufgaben, welche eine Band mit sich bringt, unter uns aufgeteilt haben. Während Mario und Jérôme die musikalische Leitung übernommen haben und Simon für die Homepage zuständig ist, habe ich den Businessteil mit dem Management, dem Booking und den Finanzen übernommen. Alle dürfen zwar überall mitreden, jedoch hilft es enorm, wenn jemand die Gesamtübersicht und die Verantwortung hat.

Gibt es einen Band-Chef oder werden solche Diskussionen demokratisch ausgefochten?
Tobi:
 In der Regel werden alle Entscheide in der Band demokratisch gefällt. Wenn es 2 gegen 2 steht, dann entscheidet derjenige, welcher für den Bereich zuständig ist. In den meisten Fällen finden wir jedoch oftmals eine Lösung, welche für alle stimmt.

Nun ist die erste EP also da. In welche Richtung soll es nun weitergehen – was sind Eure musikalischen Pläne für die Zukunft?
Simon: 
Zur Zeit sind wir auf Tour durch die Schweiz. Einige Konzerte spielen wir auch in Österreich. Unser Ziel ist es immer weiter voran zukommen und nie am selben Ort stehen zu bleiben. Zu unserem Zukunftsplan gehört auf jeden Fall, dass wir weiterhin schweizweit Konzerte spielen, uns aber auch in dem näheren Ausland etablieren können. Auch ist bereits ein nächstes Projekt in Planung, über das jedoch noch nicht kommuniziert wird.

Die EP EINS ist hier auf iTunes erhältlich. Mehr über die Band gibt es unter carvel.ch

miwi.ch verlost ein Exemplar von EINS. Sende bis zum 10. September eine Mail mit dem Stichwort „EINS“ an music@miwi.ch, um an der Verlosung teilzunehmen. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt.


ÜBER DEN AUTOR:
miwiGesungen habe ich immer gerne – leider nur auf Schulchor-Niveau. Heute beschränke ich mich daher lieber auf das Musikhören. Gut, gehörte zu meinem ersten Job beim Radio auch das Einsortieren der neuen CDs. Da gab es viele neue Musik zu entdecken. Auch heute gehe ich regelmässig auf Entdeckungstour – weltweit im Web. Meine Abenteuer teile ich hier auf miwi.ch gerne mit Euch. Mehr über mich gibt es unter michaelwieland.ch zu lesen.


Abonniere den miwi.ch-Newsletter und verpasse keine neue Musik. Der Newsletter erscheint einmal pro Woche am Sonntagabend. [mailpoet_form id="2"] Es besteht jederzeit die Möglichkeit sich vom Newsletter abzumelden. Datenschutzbestimmungen
Weitere Musiktipps: