Jo Stöckholzer: Leben, Tod und tiefgründige Gedanken mit Sinn

jo stoeckholzer

Die Musik von Jo Stöckholzer hat es in sich: Einmal melancholisch und sanft – und dann erklingen plötzlich doch wieder positive Klänge. So präsentiert sich der 22-Jährige aus Innsbruck auf seinem Debütalbum «Alles». Seit 2012 ist der Österreicher als Multiinstrumentalist und Loopkünstler auf der Bühne unterwegs. Als deutschsprachigen Folk mit einem Hauch von Elektrizität bezeichnet er seinen Musikstil. Angefangen habe alles mit acht Jahren, als ihm jemand von der Musikkapelle eine Trommel vorbeigebracht habe. Statt Sticks habe er Kochlöffel verwendet, erzählte Stöckholzer in einem Interview. Der richtige Schlagzeugunterricht folgte. Später habe er sich selber das Gitarren und Klavierspielen beigebracht. Gestartet mit englischen Songs ging der Österreicher mit der besonderen Stimme bald zum Deutschen über. So könne er sich besser und schöner ausdrücken.

Jo Stöckholzer singt über Herbstdepression, die Zukunft und den Tod. «Du brauchst nicht warten. Bis ich da bin, bist du vielleicht verwest.» singt er etwa in seinem Song «Wielange». Der Tod beschäftige den Menschen und nicht jeder komme mit dem Thema zurecht. Er selber frage sich oft, ob er überhaupt 27 werde. So kann es gut auch passieren, dass Stöckholzer eine fröhliche Melodie plötzlich mit einem melancholischen Text wie «Ich will nie wieder so sein, wie früher, ein Aussenseiter» versieht. Das bringt einen ganz besonderen Kontrast in seine nach eigenen Aussagen «Neuerfindung des deutschsprachigen Liedermachertums». Doch auch ethisch macht sich der junge Musiker Gedanken: «Oben Unten Links Rechts» erinnert an die derzeitige Lage von Asylsuchenden in Österreich und Stöckholzer singt darin: «Du bist Alles und ich Nichts».

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Bei seinen Konzerten war der Singer-Songwriter anfänglich Solo unterwegs. Er haben zuerst mit dem Delay-Pedal eines Freundes herumgespielt und sich später eine Loop-Station zugelegt. Seit vergangenem Jahr gibt es neben Johannes auf der Bühne auch eine Band: Dies besteht aus Fabian Schuler (Bass), Simon Rainer (Schlagzeug), Dorian Windegger (Tasten) und Bernhard Badspin Schneider (DJ). Wer das Debütalbum mit den 13 Songs des 22-Jährigen hört, kann kaum glauben, dass dieser in der Volksschule eine schlechte Note im Fach Musik bekam. Doch das lag nur daran, dass er sich geweigert habe, Kirchenlieder zu singen. Damit ist es nun definitiv vorbei. Das Album «Alles» klingt fantastisch und passt genau in den Herbst da draussen. Die aktuelle Single des österreichischen Musiktalents heisst «Hinterhof». (Bilder: David Muigg-Spörr / www.simonrainer.com / Alexander Au Yeong)

Das Debütalbum von Jo Stöckholzer ist hier auf iTunes erhältlich. Mehr über den talentierten Österreicher gibt es unter jostoeckholzer.com.


ÜBER DEN AUTOR:
miwiGesungen habe ich immer gerne – leider nur auf Schulchor-Niveau. Heute beschränke ich mich daher lieber auf das Musikhören. Gut, gehörte zu meinem ersten Job beim Radio auch das Einsortieren der neuen CDs. Da gab es viele neue Musik zu entdecken. Auch heute gehe ich regelmässig auf Entdeckungstour – weltweit im Web. Meine Abenteuer teile ich hier auf miwi.ch gerne mit Euch. Mehr über mich gibt es unter michaelwieland.ch zu lesen.


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