Micah Heath über Vorbilder, Singen unter der Dusche und schreckliche Klänge am Keyboard

Ich kann mich stundenlang im Musizieren verlieren.

Den jungen Künstler Micah Heath hat miwi.ch vor Kurzem vorgestellt. Der Neuseeländer hat im November seine erste Single «Game» veröffentlicht. Zum ersten Mal stand der aus Christchurch stammende Singer/Songwriter 2015 bei der zweiten Staffel von «X Faktor» in Neuseeland in der bereiten Öffentlichkeit, bei der er kurz vor den Liveshows ausschied. Im Email-Interview mit miwi.ch erzählt Micah über diese Erfahrung, die ersten Schritte am Keyboard und seinen Traum, in der Musikindustrie Fuss zu fassen. 

miwi.ch: Micah, erzähl uns etwas mehr über dich. Wer bist du?
Micah: Ich bin 17 Jahre alt. Im nächsten Jahr besuche ich also mein letztes Jahr an der High School. Ich liebe alle Dinge, die kreativ sind. Ich mag es, draussen zu sein, die Natur und mehr von der Welt zu erfahren, zudem LIEBE ich das Reisen!

Du hast mit 12 Jahren mit dem Gitarrenspielen begonnen. Weshalb hast du die Gitarre gewählt?
Ich habe mir mit 12 Jahren selber das Gitarrenspielen beigebracht, weil ich eine Instrument lernen wollte, mit dem du auch Songs schreiben kannst. Das Gitarrenspielen ging bei mir schnell in Fleisch und Blut über. Ich liebe die Art und Weise, mit der man zwei Instrumente zusammenbringen und damit etwas Unglaubliches kreieren kann.

Daneben spielst du auch Keyboard und Ukluele, nicht wahr?
Ja, an meinen 13. Geburtstag habe ich mir von meiner Mutter ein Keyboard gewünscht. Ich wollte damit meine musikalischen Fähigkeiten ausbauen. Für Monate habe ich jeden Tag geschrieben und gespielt. Einiges davon war schrecklich, anderes erträglich – aber genau dies bereitete mir sehr viel Spass. Die Ukulele kam ein wenig später dazu. Das war ein lustiger und viel süsserer Sound. Ausserdem konnte man sie besser transportieren, etwa um Strassenmusik zu machen. Im Weiteren bringt sie etwas Vielfalt, wenn du live spielst.

Wann hast du mit dem Singen begonnen, und hast du Gesangsunterricht genommen?
Ich habe gesungen, seit ich mich erinnern kann: In der Kirche, zu Hause und unter der Dusche. Das hat mir soviel Freude bereitet, sodass ich mit 11 Jahren beschlossen habe, das Singen etwas ernster zu nehmen. So habe ich mich dahinter gemacht, wann immer ich konnte. Meine Mutter sagte immer, dass «unsere Gaben gemacht sind, um zu nutzen. Also wenn immer du die Chance hast, pack sie!». Nach der Teilnahme bei «X Factor» in Neuseeland wurde ich von Nathan Phillips angesprochen und gefragt, ob ich seiner Gesangsschule «NVP vocal» beitreten möchte. Seitdem habe ich bei mir selber eine unglaubliche Verbesserung bemerkt und ich bin ihm sehr dankbar für den positiven Einfluss, den er auf meine «musikalische Reise» hatte.

Was bedeutet dir Musik?
Musik ist für mich ein Weg, um aus der Wirklichkeit zu entfliehen. Es ist wie eine andere Welt, und ich kann mich stundenlang im Musizieren verlieren. Ich liebe die Art und Weise, wie ich ich über meine eigenen Erfahrungen einen Song schreiben kann und, dass sich andere darin wieder erkennen.

Wie gehst du beim Songschreiben vor und woher nimmst du die Inspirationen?
Ich beginne meine Songs zuerst auf dem Instrument; ich spiele für eine Weile mit Melodien herum und benutze dazu zufällige Texte. Später singe ich über eine persönliche Erfahrung oder ich erzähle mit den Texten eine Geschichte über etwas, das mir am Herzen liegt.

Hast du Vorbilder?
Meine Einflüsse kommen sicherlich von Lorde und Troye Sivan. Ich mag es, wie authentisch sie neben der Kamera und ausserhalb ihrer Musik sind. Ich denke, es ich wirklich wichtig, zu repräsentieren, was du innerhalb und ausserhalb der Musik bist und ich glaube, dass dies beide tun. Ich liebe ihre Musik sehr. Die Texte sind real und haben einen Bezug zur ihrer Person.

X Factor hat mir die Augen für die Musikindustrie geöffnet.

Du hast deine Teilnahme bei X Factor bereits erwähnt. Wie war diese Erfahrung für dich?
Factor war eine wunderbare Erfahrung. Es hat mir die Augen für die Musikindustrie geöffnet, und was es heisst ein Musiker zu sein. Es gab mir einen Vorgeschmack und hat schon einen Wunsch ausgelöst, obwohl es vielleicht mehr wie «ein Zuckerguss» war, weil es zu wenig lange gedauert hat, um Tiefer zu gehen. Wenn ich dies so sage, muss ich auch festhalten, dass es in meinem junges Alter doch sehr emotional belastend war, und ich rückblickend froh bin, dass ich nicht in die Live-Shows gekommen bin, da ich einfach noch nicht bereit dafür war.

Du produzierst auch YouTube-Videos. Was magst du daran?
Ich liebe es, YouTube-Videos zu machen. Es ist eine riesige Leidenschaft von mir. Es ist grossartig und unterhaltsam, wie du eine Idee entwickeln und in etwas Visuelles verwandeln kannst, das andere sehen können. Mein Vorbild dabei ist Luca Fersko, weil er so kreativ und einzigartig ist. Ursprünglich war er ein Fashion Blogger, doch nun ist er ein Visual Artist. Ich mag es, wie er seine Emotionen und Gefühle in einem Video verarbeitet und daraus ein visuelles Meisterstück schafft.

Meine Familie hat mich immer ermutigt, das zu verfolgen, was ich liebe.

In einem deiner Videos sagst du, dass dein grösster Berufswunsch Musiker ist, weshalb?
Ich würde es unheimlich lieben, eine Karriere in der Musik zu machen, weil dies meine grösste Leidenschaft ist. Meine Familie hat mich immer ermutigt, das zu verfolgen, was ich liebe und das ist das, was ich tue. Ich würde mich auch nicht irgendwo anders sehen.

Was für ein Ziel verfolgst du dabei?
Ich würde gerne ein «Vollzeit-Künstler» sein, aber ich kann mir auch vorstellen, in der Musikindustrie zu arbeiten und dabei zu helfen, andere Künstler zu entwickeln und deren Fähigkeiten auszubauen, was wunderbar und wirklich lohnenswert wäre.

Deine erste Single heisst «Game». Um was geht es?
«Game» erzählt die Geschichte von jemanden, der all seine Zeit und Energie in eine vergiftete Freundschaft investiert, aber weiterhin unbestätigt bleibt. So will die Person von den anderen nicht wie ein Spiel behandelt werden, sondern endlich wissen, woran sie ist und wer die andern wirklich sind.

Wer hat den Song produziert?
«Game» wurde von Sam De Jong produziert, der bereits mit Künstlern wie Maala, Ginnie Blackmore, Stan Walker und Benny Tipene gearbeitet hat.

Arbeitest du bereits an weiteren Songs?
Ja, es werden definitiv weitere Songs kommen – das war erst der Anfang. Im Moment bin ich in der Entwicklung meiner Kunst und meiner Songschreibe-Fähigkeiten, und versuche dabei auch «meinen Sound» zu finden. «Game» war ein Tester und ein Experiment im Studio – es wurde an einem Tag gemacht. Am Ende des nächsten Jahres hätte ich auf jeden Fall gerne mehr Musik veröffentlicht.

https://youtu.be/8nEmmAoiqBY

Die Single «Game» ist hier auf iTunes erhältlich. Mehr über Micah gibt es unter facebook.com/MicahHeathMusic.


ÜBER DEN AUTOR:
miwiGesungen habe ich immer gerne – leider nur auf Schulchor-Niveau. Heute beschränke ich mich daher lieber auf das Musikhören. Gut, gehörte zu meinem ersten Job beim Radio auch das Einsortieren der neuen CDs. Da gab es viele neue Musik zu entdecken. Auch heute gehe ich regelmässig auf Entdeckungstour – weltweit im Web. Meine Abenteuer teile ich hier auf miwi.ch gerne mit Euch. Mehr über mich gibt es unter michaelwieland.ch zu lesen.


Abonniere den miwi.ch-Newsletter und verpasse keine neue Musik. Der Newsletter erscheint einmal pro Woche am Sonntagabend.

Es besteht jederzeit die Möglichkeit sich vom Newsletter abzumelden. Datenschutzbestimmungen
Weitere Musiktipps: