The Fridge beantwortet seine Fragen zum ersten Mundartsong doch noch

the fridge

Wahrscheinlichkeit verstanden zu werden ist mit Mundart grösser

Mit vielen Fragen und einem Tipp, aber keinen Antworten liess Chregi Müller die Zuhörenden bei seinem ersten Mundartsong des Projekts The Fridge zurück. Oberwohl er selbst sagte, dass es von ihm aus viel dazu zu sagen geben würde. Der Song erschien als Vorabsingle der Campus-EP, die Ende Mai auf den Markt kommt. Für miwi.ch hat Müller die Fragen – und zwar exakt diejenigen Fragen, die er selber aufgeworfen hatte – nun doch noch beantwortet. 

miwi.ch: An wen ist der Song gerichtet?
The Fridge: 
Momentan leider an viel zu viele. Da getroffene Hunde bekanntlich am lautesten bellen, muss man nur gut hinhören um festzustellen für wen es gedacht ist.

Was war der Auslöser?
Ich denke, ich bin nicht der einzige, der während der letzten paar Monate vom bedrückenden Gefühl befallen worden ist, dass sich etwas geändert hat. Bei mir ist es passiert, als ich einen Artikel bzw. die ersten dazugehörigen Kommentare zu einem Interview mit einem Rechtsextremismusexperten gelesen habe. Grund für das Interview war der Angriff von Neonazis auf einen orthodoxen Juden in Zürich-Wiedikon im Juni letzten Jahres. Keiner der Kommentatoren (bis dahin) hat die Tat verurteilt. Die Rede war von „Multi-Kulti-Gedöns“ und „Aggro-Migranten“ oder Muslimen und Linksextremen, die viel schlimmer seien. Einer meinte sogar einleitend, kurz und knapp: „Find ich gut!“. Dies alles unter Klarnamen und vor allem mit Überzeugung. Das war neu für mich und es entsetzt mich immer wieder, wenn ich höre und lese, wie die Rassisten überall ihre Skrupel davor verloren haben, unmenschliche und oft kriminelle Parolen zu verbreiten und zu ihrer hässlichen Gesinnung zu stehen. Dies war nur ein bestimmter Auslöser, es sind dann leider noch ein paar dazugekommen.

Braucht es Mundart ohne Mani Matter, Züri West, Schwizerörgeli und Hip Hop?
Mit und ohne am liebsten. Diese Frage kann ich aber erst nach einem Campari Soda schlüssig beantworten.

Warum Mundart überhaupt?
Die Wahrscheinlichkeit verstanden zu werden, wird dadurch grösser. Eine Garantie ist es aber natürlich nicht.
Und ich hatte Bock dazu.

Warum so karg arrangiert?
Eigentlich bin ich ja eher der Gitarrensolo-Typ. In diesem ganz speziellen Fall, wollte ich die Aufmerksamkeit aber auf den Text lenken.

Was soll es überhaupt bezwecken?
Das gleiche wie bei jedem Lied: Wenn ich Glück habe, gefällts jemandem.

Warum dieser durchaus unfreundliche Ton?
Feuer bekämpft man bekanntlich mit Feuer, oder?

Und warum dann doch nicht lauter?
Weil Hunde, die bellen, nicht beissen.

Und zum Schluss nochmals den Tipp von Müller: „Einfacher und eventuell verständlicher (für alle, die es verstehen möchten) ist es aber, das Lied als das zu bezeichnen, was es ist. Aufgrund seiner musikalischen Attribute und seiner inhaltlichen Wertung: Es ist Volksmusik.“

Die EP ist hier auf iTunes erhältlich. Mehr über die Band gibt es unter thefridge.ch


ÜBER DEN AUTOR:
miwiGesungen habe ich immer gerne – leider nur auf Schulchor-Niveau. Heute beschränke ich mich daher lieber auf das Musikhören. Gut, gehörte zu meinem ersten Job beim Radio auch das Einsortieren der neuen CDs. Da gab es viele neue Musik zu entdecken. Auch heute gehe ich regelmässig auf Entdeckungstour – weltweit im Web. Meine Abenteuer teile ich hier auf miwi.ch gerne mit Euch. Mehr über mich gibt es unter michaelwieland.ch zu lesen.


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