Matteo über seine neuen Songs und die Arbeit mit der Band

Jeden Sonntag Musiktipps per Mail: miwi.ch-Newsletter hier abonnieren.

«So darf es gerne weitergehen»

Matteo Gisler ist mit seiner zweiten EP «A Single Tree» am Start. Matteo, der inzwischen einen Teil seiner Konzerte auch mit einer Band bestreitet, steht im Interview mit miwi.ch Red und Antwort. 

miwi.ch: Matteo, am Freitag ist deine zweite EP «A Single Tree» erschienen. Wie fühlst du dich?
Matteo: Grossartig! Es war ein wunderbares Gefühl, die vorbestellten CDs endlich zur Post bringen zu dürfen und die EP mit der Welt – oder zumindest der Schweiz – zu teilen. In der neuen EP steckt einiges an Arbeit und Herzblut, um so schöner ist es, dass ich das Ganze nun der Öffentlichkeit präsentieren durfte.

Warst du ebenso aufgeregt wie beim ersten Mal?
Die Nervosität hielt sich dieses Mal etwas in Grenzen. Nach einer veröffentlichten EP und einer Single kennt man den Ablauf und das ganze Prozedere langsam. Freude gemacht hat es trotzdem wie beim ersten Mal, das gute Stück zu veröffentlichen.

Was hat sich seit dem Erscheinen deiner ersten EP «Going Nowhere» vor zwei Jahren verändert?
Einiges, um nicht gleich «alles» zu sagen. Ich habe mich natürlich musikalisch weiterentwickelt – wäre auch schlecht, wenn das nicht der Fall wäre. Zudem habe ich neben dem musikalischen Aspekt auch etwas an Reichweite gewonnen und dadurch in der Zwischenzeit auch viele tolle Konzerte spielen dürfen. So darf es gerne weitergehen…

Songideen kommen immer noch zu hundert Prozent von mir.

Matteo ist nun eine Band. Weshalb?
«Matteo ist nun eine Band» stimmt nicht hunderprozentig. Grundsätzlich bin ich immer noch als Singer-Songwriter unterwegs und spiele auch einige Solo-Shows auf der EP-Release-Tour. Was aber auf jeden Fall stimmt ist, dass es mir mehr Spass macht, zusammen mit meiner Band auf der Bühne zu stehen als ganz alleine, da fühlt man sich manchmal je nach Grösse der Bühne fast ein bisschen einsam und verloren.

Entstehen die Songs nun auch gemeinsam?
Die Songideen kommen immer noch zu hundert Prozent von mir. Meistens wird ein Song von mir soweit fertig geschrieben, dass er «aufführtauglich» ist. Erst dann setze ich mich jeweils mit der Band zusammen. Beim Austüfteln des Arrangements werden dann natürlich auch von den Jungs einige tolle Ideen für den neuen Song eingebracht.

Was hat sich durch das musikalisch geändert?
Viele der neuen Songs klingen fröhlicher und dynamischer als ältere Werke von mir. Das ist fast ausschliesslich der Zusammenarbeit mit der Band zu verdanken. Diese Veränderung passt mir aber sehr gut, denn mit etwas schnelleren Songs holt man das Publikum an Konzerten um einiges leichter ab, was zum Beispiel als Support-Act kein Nachteil ist.

Das Feedback zu «Nowhereland» war fantastisch.

Wie war die Arbeit im Studio?
Anstrengend, aber sehr lehrreich und interessant. Wir haben in zwei Tagen die komplette EP aufgenommen. Die Instrumentals wurden jeweils «live» eingespielt, heisst die ganze Band war im gleichen Raum und hat den Song gleichzeitig aufgenommen. Das macht die Sache nicht gerade einfacher – bei jedem kleinen Fehler musste ein neuer Take begonnen werden.

Hat es auch einen Moment in dem letzten zwei Jahren gegeben, an dem du über das Aufhören nachgedacht hast?
Nein, ich bin immer am Ball geblieben. Das liegt wohl auch daran, dass es in den letzten zwei Jahren kaum einen Monat gab, in dem ich kein Konzert gespielt habe. Wenn es so gut läuft, denkt man in keinem Fall ans Aufhören,  wäre ja auch schade um das schöne Hobby.

Die Single «Nowhereland» ist schon im März erschienen. Welches Feedback hast du erhalten und wie war das für dich?
Das Feedback zu «Nowhereland» war fantastisch. Der Song ist natürlich auch eher poppig angehaucht, dadurch wird auch eine breitere Masse angesprochen und mehr Menschen finden den Song gut. Auch einige Radiosender haben die Single gespielt, unter anderem wurde der Song auf Radio Energy in der Rubrik «Brandneu» exklusiv vorgestellt. Bei Radio Central landete «Nowhereland» gar in der täglichen Rotation. Sowas kann man wohl kaum planen, umso schöner ist aber das Gefühl, den eigenen Song im Radio zu hören.

Als nächstes kommt ein komplettes Album.

In der Single geht es um die Schere zwischen Arm und Reich. Von was handeln die weiteren Songs auf der EP?
Auch die anderen Songs neben «Nowhereland» haben meist gesellschaftskritische Themen und einen lyrischen Tiefgang, den man vielleicht beim ersten Hören der Songs nicht erwarten würde. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, sich ab und zu auf den Text zu achten und sich die Songs vielleicht ein zweites und drittes Mal anzuhören.

Was erhoffst du dir von «A Single Tree»?
Mit der neuen EP möchte ich noch mehr Leute erreichen können, die dann hoffentlich auch zu Konzerten kommen. Musik machen ist zwar an sich schon unglaublich toll, aber natürlich noch schöner, wenn auch jemand zuhört.

Welches sind deine weiteren Ziele mit der Musik?
Ich werde wohl so viele Konzerte spielen, wie es mir nur irgendwie möglich ist. Denn das ist es, was für mich am Musiker-Sein so fantastisch ist. Die Interaktion bei Konzerten mit dem Publikum und das direkte Feedback nach den Gigs empfinde ich als sehr wertvoll und lehrreich. Ansonsten werde ich mich wohl irgendwann ein bisschen zurück ziehen und an neuen Sachen arbeiten. Ich möchte mich musikalisch weiterentwickeln. Das nächste Mal, wenn ich etwas veröffentliche, wird das auf jeden Fall ein komplettes Album und keine EP mehr sein.

Als nächstes steht am 20. Mai die Plattentaufe an. Was darf das Publikum erwarten?
Wir haben mit «Another Me» aus Bern einen grossartigen Support-Act am Start, für den es sich alleine schon lohnt, am 20. Mai im Kellertheater im Vogelsang vorbeizuschauen. Mit mir und der Band werden zudem einige lokale, in der Urner Musikszene schon länger verankerte, Special Guests auf der Bühne stehen. Darauf darf man sicher gespannt sein… Ansonsten werden wir natürlich die neuen Songs der EP spielen, selbstverständlich werden aber auch ältere Songs auf der Setlist zu finden sein.

Die EP ist hier auf iTunes erhältlich. Mehr über Matteo gibt es unter matteo.gs.