Zweikanalton über den Sommer, Songschreiben unter Brüdern und eine Autofahrt nach Triest

Klingt vielleicht kitschig, aber wir verstehen uns blendend.

«Ohne dich kann das kein Sommer sein» heisst die neue Single von Zweikanalton. miwi.ch hat die beiden Brüder aus Österreich vor Kurzem vorgestellt. Im Frühjahr haben Zweikanalton den Steiger Award in der Kategorie «Nachwuchs» gewonnen. Im E-Mail-Interview erzählen Markus und Thomas über ihre musikalischen Anfänge, das Songschreiben und über ihre Vorstellungen zu ihren musikalischen «Zukunfts-Ich».

miwi.ch: Markus und Thomas, wie ist eure Brüderband entstanden?
Markus: 
In unserer Familie stand Musik schon immer im Vordergrund. Auch unsere Eltern hatten in ihrer Jugendzeit eine Band zusammen und haben sich so kennengelernt. Man kann also fast sagen, die Musik ist uns ein Stück weit in die Wiege gelegt worden. Vor mehr als 15 Jahren haben wir so gemeinsam begonnen, Videos für Youtube aufzunehmen, vor vier Jahren haben wir uns dann entschieden auch eigene Songs zu veröffentlichen.

Ist es einfacher zusammen mit dem Bruder Musik zu machen oder bietet das mehr Konfliktpotential?
Thomas:
Oft werden wir gefragt, ob wir es ganz ohne Streiten schaffen – und obwohl es vielleicht kitschig klingt, aber wir beide verstehen uns echt blendend. Auf der Bühne hilft uns diese Brüder-Power, da wir uns blind verstehen und hauptsächlich mit Blicken kommunizieren – das ist oftmals wirklich lustig.

Kommentare, Reaktionen und Feedback sind hilfreich.

Wie ist euer Name «Zweikanalton» entstanden?
Markus: 
Das war damals etwas langwieriger als gedacht. Mit der Entscheidung auch eigene Musik zu veröffentlichen, brauchten wir auch einen Namen, den man sich leicht merkt, und der perfekt zu uns passt. Nach wochenlangem Brainstorming, schoss uns dann plötzlich dieser Bandname, da er genau das repräsentiert, was wir sind: ZWEI Brüder, die die Musik als ihren KANAL gewählt haben, um ihre Gedanken zu teilen, und diese mit ihrem TON an die Fans zu bringen.

Den Schritt an die Öffentlichkeit habt ihr eben mit YouTube-Videos von Coverversionen gemacht. Weshalb wolltet ihr eure Musik auch im Internet veröffentlichen?
Thomas: Heutzutage ist es als Musiker unumgänglich, sich auch mit dem Internet, den Sozialen Medien, und Online Marketing auseinanderzusetzen. Um mit Musik an Fans aus aller Welt zu gelangen, ist daher YouTube, Facebook und co. perfekt. Ausserdem ist es ein tolles Mittel, um sich selbst weiterzubilden – Kommentare, Reaktionen und Feedback von verschiedensten Leuten sind oft sehr hilfreich. Durch Covers haben wir gelernt, auf was es bei Musik und beim «Gefühle vermitteln» ankommt.

Später kamen eigene Songs dazu. Warum habt ihr entschiedene, dabei auf Deutsch zu singen?
Markus: 
Der deutsche Musikmarkt ist wirklich gross – der englische jedoch ein vielfaches grösser. Die Chance mit deutschem Pop erfolgreich zu sein, ist wesentlich grösser als mit englischsprachigen Songs. Und dazu kommt, das es uns leichter fällt Songs auf Deutsch zu schreiben.

Hinter jedem Song steckt auch eine Geschichte und eine Message.

Wie entstehen eure Songs? Gibt es eine Rollenverteilung zwischen euch?
Thomas: 
Wenn man Markus einmal zwei Stunden nirgendwo finden kann, dann ist er vermutlich in irgendeinem ruhigen Ort und schreibt neue Songs auf der Gitarre. Wenn er das grobe Gerüst des Song fertig hat, komme ich dazu und gemeinsam finden wir den richtigen Feinschliff.

Weshalb habt ihr euch für Gitarre bzw. Piano als eure Instrumente entschieden?
Markus: 
Ich spiele seit meinem sechsten Lebensjahr Klavier – Thomas hat auch ursprünglich begonnen Klavier zu lernen, aber da ich trotzdem zwei Jahre älter war, war er sehr schnell unzufrieden immer «nur Zweiter» zu sein. Daher ist er relativ schnell auf Gitarre umgestiegen. Das war der Startschuss, gemeinsam Musik zu machen.

Ihr wollt Songs mit «anspruchsvollen Texten» schreiben. Was versteht ihr genau darunter?
Thomas: 
In dieser schnelllebigen Zeit hören oft die Leute nicht mehr genau hin. Wir wollen aber mit unseren Texten nicht nur einen schnellen Hit landen, sondern unseren Zuhörern eine tiefere Botschaft vermitteln. Hinter jedem Song steckt auch eine Geschichte und eine Message.

Gibt es Vorbilder?
Markus: Na klar, jeder Musiker hat Vorbilder zu denen er aufsieht. Bei uns ist das auf jeden Fall Mark Forster, aber auch ein toller Songwriter wie Gregor Meyle.

Konzerte sind für uns das um und auf.

Euer bislang erfolgreichster Song ist «Zukunfts-Ich». Darin geht es um einen Brief an euch selber in der Zukunft. Warum habt ihr dieses Thema aufgegriffen?
Thomas: 
In unserem Alter stehen oft schwierige Entscheidungen an: Das Ende der Schulzeit – Fragen über den weiteren Ausbildungsweg – überall Entscheidungen, wohin man auch nur blickt. Viele fühlen sich unsicher, welcher Weg der richtige ist und zweifeln an ihren Entscheidungen. Wir haben genau dieses Thema aufgegriffen und in einen Song verpackt. In dem Song «Zukunfts-Ich» kann sich bestimmt jeder und jede wiederfinden.

Seit ihr erstaunt gewesen, dass der Song so eingeschlagen hat in eurer Heimat?
Markus: 
Wir spielen alle unsere Songs bei unseren Live Auftritten schon einige Zeit vor dem offiziellen Release. Durch das tolle Feedback bei unseren Gigs war uns schon ein bisschen klar, dass der Song sehr gut ankommt. Das wir es damit aber in verschiedenste Radios, TV Shows, aber auch ins Vorprogramm von Andreas Gabalier vor 10.000 Leuten geschafft haben, damit konnten wir keinesfalls rechnen.

Was bedeuten euch solche Konzerte und Live-Auftritte?
Thomas: 
Konzerte sind für uns das um und auf. Ein richtiger Musiker ist man erst dann, wenn man Kontakt zu seinen Fans aufbaut und die Zeit nicht nur im Tonstudio verbringt. Wir spielen jede Woche mehrere Gigs und bekommen so auch die Energie von Fans, die wir brauchen um weitere Songs zu schreiben und noch mehr Gas zu geben!

Die neue Single heisst «Ohne dich kann das kein Sommer sein». Um was geht es im Song?
Markus: 
Wir greifen mit dieser Thematik den Wunsch Vieler nach einem gemeinsamen Liebes-Sommer auf. Zwei Verliebte, die an ihre gemeinsame Zeit zurückdenken, aber den ersten Sommer alleine verbringen müssen.

Wir haben gerade erst gestartet!

Und nun die wichtigste Frage dieses Interviews: Wer war mit wem wann in Triest? ;)
Thomas: 
Ein paar Details müssen wir uns ja doch für uns behalten :-)

Wie und mit wem verbringt ihr selber euren Sommer 2018?
Markus: 
Wir Beide verbringen meistens den Sommer zwischen Auftritten und Swimming Pool. Die perfekte Mischung, um kreativ zu sein und den Fans etwas zurückzugeben. Natürlich gönnen wir uns auch eine kleine Auszeit im Ausland – wer weiss, vielleicht sogar in Triest.

Bislang sind von euch einzelne Songs erschienen. Ist ein Album bzw. sind weitere Songs in diesem Jahr geplant?
Thomas: 
Wir arbeiten bereits fleissig an den nächsten Songs, die wir veröffentlichen werden. Ein Album wird bestimmt bald folgen – wir haben gerade erst gestartet. :)

Wie sieht ihr selber euer musikalisches «Zukunfts-Ich»?
Markus: 
Wir wollen unserem Weg treu bleiben – wir haben auch durch die Verleihung des Steiger Awards 2018 in der Kategorie «Nachwuchs» bemerkt, dass unser bisheriger musikalischer Werdegang der richtige ist und unsere Musik auch über den österreichischen Grenzen gut ankommt. Daher wollen wir unsere Zeit nutzen, um weitere Musik mit Tiefgang zu schaffen.

Der neuste Song ist hier auf iTunes erhältlich. Mehr über die Band gibt es unter zweikanalton.com.


ÜBER DEN AUTOR:
miwiGesungen habe ich immer gerne – leider nur auf Schulchor-Niveau. Heute beschränke ich mich daher lieber auf das Musikhören. Gut, gehörte zu meinem ersten Job beim Radio auch das Einsortieren der neuen CDs. Da gab es viele neue Musik zu entdecken. Auch heute gehe ich regelmässig auf Entdeckungstour – weltweit im Web. Meine Abenteuer teile ich hier auf miwi.ch gerne mit Euch. Mehr über mich gibt es unter michaelwieland.ch zu lesen.


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